Predigt Exaudi, 24. Mai.2020

Liebe Gemeinde,

Was fällt Ihnen spontan zu dem Wort BUND ein?                 

BUND Naturschutz? Ein Staat aus BUNDESländern?      

„zum BUND gehen“ ? Das mussten die jungen Männer, als es noch die Wehrpflicht gab…                                        

„den BUND der Ehe eingehen“? Ja, liebe Gemeinde, das wollten wir am Pfingstsamstag  - haben aber aus erklärlichen Gründen unsere Trauung auf nächstes Jahr verschoben…                                                                          

oder denken Sie vielleicht an einen BUND Radieschen?

Was haben die Radieschen mit den anderen Begriffen zu tun?                                                                                       

Richtig: es sind viele, nicht einer allein. Beim „Bund der Ehe“ sind es zwei: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“. Zu zweit, zu mehreren, kann man das Leben besser meistern. Mit Hilfe von Verbündeten Probleme leichter lösen. Verbündete sind wertvoll – z.B. in der Politik, aber auch in der Gesellschaft. Besonders jetzt, in Zeiten von Corona sollen wir zusammenstehen und niemand allein lassen. Schön, wenn wir Verbündete haben, wenn persönliche Schwierigkeiten auftreten, Menschen, die uns unter die Arme greifen.

Manchmal fragt man sich aber auch, mit wem manche Menschen „im BUNDE“ sind. Bei den momentanen Demos gegen Coronabeschränkungen oder Impfungen kommen gefährliche Bündnisse ans Tageslicht. Mit diesen Gruppierungen möchte ich nicht im Bunde sein, liebe Gemeinde.

In unserem Predigtwort geht es heute um unseren besten Bündnispartner: unseren Herrn.

Liebe Gemeinde, Gottes BUND mit den Menschen zieht sich durch die Bibel wie eine Art Leitmotiv, das immer wieder aufscheint. Wir Menschen enttäuschen Gott immer wieder, aber Er hält an uns fest.

Das erste Mal sehen wir das nach der Sintflut, als Gott mit Noah einen Bund schließt: Und Gott sprach: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken, der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Liebe Gemeinde, momentan sieht man viele Regenbogenbilder in Fenstern, meist von Kindern gemalt. Sie sollen uns ermutigen, nach vorne zu blicken, in dieser schweren Zeit an eine bessere Zukunft zu glauben.

Ja, der Bund Gottes mit den Menschen nach der Sintflut ist das erste Beispiel dafür, wie Gott sich den Menschen immer wieder zuwendet. Viele Jahre später führte Gott die Israeliten aus der Gefangenschaft in Ägypten und gab ihnen auf dem Berg Sinai die 10 Gebote. Obwohl die Menschen um das Goldene Kalb tanzten, vergab ihnen Gott wieder und schloss mit ihnen einen Bund. Die Einhaltung der Gebote garantierte, dass man zu Gott gehörte.

Wieder viele Jahrhunderte später musste der Prophet Jeremia die Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier verkünden, weil die Menschen Gott und seine Gebote nicht achteten. Die Menschen schlagen diese Warnung in den Wind, und Jerusalem wird zerstört und viele Israeliten in Gefangenschaft geführt.                                       

Aber dann prophezeit Jeremia Tröstliches: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.“  Gott gibt uns Menschen immer wieder eine Chance.

Liebe Gemeinde, sechs Jahrhunderte nach Jeremia sitzt Jesus zum letzten Abendmahl mit seinen Jüngern am Tisch. Er teilt Brot und Wein mit ihnen. Er spricht: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für Euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Was der Prophet versprochen hat, ist eingetreten:            

Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken: „Durch Jesu Opfertod ist unsere Schuld getilgt und der Bund besiegelt. Bei der Feier des Heiligen Abendmahls wird das besonders deutlich: es ist die Feier des Neuen Bundes für alle ohne Ansehen der Person, ohne Unterschied, für „Klein und Groß“ – wie es bei Jeremia heißt. 

Wenn wir uns fürchten, uns allein und schwach fühlen – besonders in dieser Zeit – dürfen wir daran denken, dass wir einen starken Verbündeten haben, der uns nicht aufgibt, der uns hält und trägt, auch in schweren Zeiten, und auch wenn wir es manchmal nicht spüren.  

Amen

Und ich möchte Ihnen noch ein Zitat von Johannes Calvin mit auf den Weg geben:                                           

Nichts tröstet mächtiger als die Gewissheit, mitten im Elend von der Liebe Gottes umfangen zu sein.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre Eure Herzen in Christus Jesus.

Amen.