Unser Friedhof

Liebe Gemeindeglieder,
dafür, dass der Friedhof in diesem Sommer zeitweise etwas verwahrlost aussah, was das Gras anbelangt, möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen.
Zugleich bitte ich um Verständnis und möchte Ihnen die Hintergründe darlegen, die dazu geführt haben:

In erster Linie hat die große Zahl an Sterbefällen und Beisetzungen viel Zeit von unserem Friedhofswart Herrn Fisch in Anspruch genommen und gebunden. Von Januar bis Juli hatten wir bereits fast 40 Sterbefälle zu verzeichnen, so viele, wie sonst oft in einem Jahr. Auch die Zahl der Erdbestattungen, die ja einen besonders hohen Aufwand erfordern, war hoch.

Wichtig ist außerdem zu wissen, dass Hr. Fisch nur mit einer halben Stelle auf dem Friedhof angestellt ist, und mit der anderen halben Stelle als Selbstständiger einen Gartenbaubetrieb führt – was in manchen Belangen für die Tätigkeit auf dem Friedhof förderlich ist. Andererseits kann Hr. Fisch nicht so einfach seine Tätigkeit auf dem Friedhof ohne negative Auswirkungen auf seinen Gartenbaubetrieb übermäßig intensivieren.

Insofern musste das Mähen des Rasens auf dem Friedhof aufgrund dringenderer Aufgaben (Trauerfeiern und Bestattungen) immer wieder zurückgestellt werden. Problematisch wurde das erst, als uns eine Aushilfskraft, deren Aufgabe das Rasenmähen war, im Stich gelassen hat.
Erst mit tatkräftiger Unterstützung eines irakischen Flüchtlings aus Kirchenlamitz, der ehrenamtlich auf dem Friedhof mitgearbeitet hat, konnte der Missstand im Juli behoben werden.

Wie Sie sehen, sind die Probleme vielschichtig; es liegt nicht einfach an der Finanzsituation, dass der Friedhof im Sommer nicht ausreichend gemäht werden konnte.
Auch bezüglich der Anbringung der Namen an der Gemeinschaftsgrabanlage im Neuen Friedhof kann ich nur um Entschuldigung und Verständnis bitten – obwohl in diesem Fall die Kirchengemeinde als Friedhofbetreiber völlig machtlos war.

Da im Winterhalbjahr das Anbringen der Namenstafeln nicht möglich ist, wurden sie von uns im April bestellt. Mehrere Missgeschicke unserer Lieferanten waren an den Verzögerungen schuld – Bestellungen wur en verlegt und Namensschilder fehlerhaft ausgeführt. Seit Juli sind die Namensschilder angebracht – jedoch weisen mehrere Namensschilder fehlerhafte Daten auf. Wir wissen das. Dennoch haben wir die Schilder vorläufig anbringen lassen, um sie bei nächster Gelegenheit durch die nachgelieferten richtigen zu ersetzen.

Im Kirchenvorstand haben wir übrigens vereinbart, zweimal im Jahr die Namensschilder anbringen zu lassen, und zwar baldmöglichst im Frühjahr und zum Ewigkeitssonntag.
Der Sachstand mit der Wasserleitung auf dem Friedhof (Brunnen beim Turm der Gottesackerkirche), die nicht mehr so sprudelt, ist folgender:

Mehrere Fachleute wurden bereits hinzugezogen, um die Ursache des Druckverlustes zu ermitteln. Bisher konnten lediglich mehrere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden. Als Nächstes soll der Schieber direkt beim Brunnen ausgegraben und durch einen neuen ersetzt werden. Wenn das nicht hilft, muss wahrscheinlich die Leitung zwischen dem Brunnen und dem Wasseranschluss Bergstraße erneuert werden – was mit großem Zeitaufwand und hohen Kosten verbunden sein dürfte.

Liebe Gemeindeglieder, wie Sie sich vorstellen können, versuchen wir den Friedhof wirtschaftlich und sparsam zu betreiben. Die einkommenden Gebühren gestatten uns keine großen Sprünge. Dennoch versuchen wir regelmäßig Instandsetzungs-Maßnahmen auf dem Friedhof durchzuführen:

In diesem Jahr konnten z.B. die Elektroinstallationen beim
Friedhofsdienstgebäude mit dem Ertrag des Kirchgeldes völlig erneuert werden – was absolut nötig war. Verschönerungsarbeiten bei den Toiletten sind geplant, ebenso die Sanierung der Treppe davor. Als Friedhofbetreiber muss die ev. Kirchengemeinde mit Vernunft und Weitsicht an die Aufgaben herangehen, damit die Friedhofgebühren nicht in die Höhe schnellen.Für die Gemeinschaftsgrabanlage im Neuen Friedhof haben wir dankenswerterweise eine Grableuchte gespendet bekommen, die wir möglichst bald anbringen lassen möchten, so dass Grabnutzer für ihre verstorbenen Angehörigen eine Kerze anzünden können.

Auch an der anderen Gemeinschaftsgrabanlage im Ostfriedhof ist eine solche Anschaffung denkbar, wenn sich Spender dafür finden. Mein herzliches Dankeschön gilt all jenen, die in diesem Sommer im Friedhof Hand angelegt haben, um unseren Friedhof etwas schöner zu machen.

Einladen darf ich zur Andacht am Volkstrauertag am Sonntag, 18. November (nach dem Gottesdienst, um 10.30 Uhr), auf dem Friedhof. Es ist ein wichtiger Anlass, um der Opfer von Gewalt und Verfolgung sowie der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken.

Auch für den Gottesdienst am Ewigkeitssonntag (25.11.), an dem in der Gottesackerkirche die Namen der verstorbenen und kirchlich bestatteten Gemeindeglieder des vergangenen Jahres verlesen werden, darf ich einladen.

Ihr Pfarrer Markus Rausch

Für den Herbst lade ich herzlich zu einem Arbeitseinsatz auf dem Friedhof ein, und zwar für den Samstag 10. November, ab 9.00 Uhr.